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So sollte es nur in der Ochsenwelt sein.
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Leider könnte man zu der Ansicht gelangen, dass der Vorstand im Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Brandenburg mit den Mitgliedern auch so umgeht.

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Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Brandenburg - Von Beginn an Pleiten, Pech und Pannen!
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Das Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Brandenburg (i.F. Versorgungswerk) sollte auf der Grundlage des Brandenburgischen Rechtsanwaltsversorgungswerkgesetzes (i.F. RAVGBrb) 1995 als Körperschaft des öffentlichen Rechts errichtet werden. Gelungen ist das dem bisherigen Vorstand, der durchgängig im Amt ist, nebst Geschäftsführung bis heute nicht.
Die letzte Entscheidung des Verwaltungsgerichts Potsdam stellt fest, dass die zwei durchgeführten Wahlen zur Vertreterversammlung (2001 und 2006) rechtswidrig durchgeführt worden sind. Damit dürften alle Bescheide des Versorgungswerks rechtswidrig sein. Ein Armutszeugnis für die Anwaltschaft, dass deren Vertreter es von Anfang an nicht schafften, rechtmäßig und demokratischen Grundsätzen entsprechend zu handeln. Dafür hat man sich erkleckliche "Aufwandsentschädigungen“ über mehr als ein Jahrzehnt genehmigt bzw. von den Mitgliedern der Vertreterversammlung scheindemokratisch genehmigen lassen.
Der Vorstand und seine Geschäftsführerin versuchen nun über 14 Jahre andauernde rechtlose Zustände über ein Konstrukt der "Notkompetenz" zu heilen. Verwaltungsrechtlern unter den Kollegen müssten jetzt Tränen in den Augen haben. Und wo war die Rechtsaufsicht in all den Jahren? Die Kolleginnen und Kollegen in Brandenburg machen sich bei den aktuellen Entwicklungen zu Recht Gedanken um ihre abgeführten Zwangsbeiträge, aus denen eines Tages deren Alters- und Hinterbliebenenversorgung sichergestellt sein soll.
Der Vorstand des Versorgungswerks musste auch erst über Verfügungen der Fachaufsicht und Klagen vor dem Verwaltungsgericht zur Offenlegung der Bilanzen und weiteren nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz vorgeschriebenen Unterlagen gezwungen werden, diese gegenüber den Mitgliedern offen zu legen. Trotzdem sind Mitglieder vor dem Verwaltungsgericht noch am klagen, denn die Verfügungen haben die Vertreter des Versorgungswerks nicht beeindruckt. Warum verspielt der Vorstand und die Geschäftsführerin des Versorgungswerks das Vertrauen der Mitglieder? Hat man was zu verbergen?
Die Intervention des MdL Ralf Holzschuher, der auch Mitglied der Vertreterversammlung ist, blieben beim Vorstand des Versorgungswerks ebenso ungehört wie die die Missstände bestätigenden Antworten der Rechtsaufsichtsbehörde auf entsprechende Fragen des bereits zweimal mit dem Thema befassten Rechtsausschusses im brandenburgischen Landtag. Doch der Reihe nach:

Im RAVGBrb war 1995 vorgesehen, dass die Rechtsaufsichtsbehörde auf Vorschlag der Rechtsanwaltskammer Brandenburg die Mitglieder der Ersten Vertreterversammlung des Versorgungswerks als normsetzendes Organ bestimmt. Diese hatte dann innerhalb eines vom Gesetzgeber bestimmten Zeitfensters von einem Jahr eine Satzung für das Versorgungswerk zu erlassen, welche Rechtsgrundlage für die Regelung der Angelegenheiten der Mitglieder im Verhältnis zum Versorgungswerk sein sollte. Schon dieses gesetzlich vorgegebene Zeitfenster hatte die Erste Vertreterversammlung nicht eingehalten.

Nichtige Versorgungswerksatzung 1996

Die erste Satzung des Versorgungswerks wurde 1996 erlassen, aber nicht im nach dem RAVGBrb vorgesehenen Bekanntmachungsorgan, dem Amtsblatt für Brandenburg, veröffentlicht, sondern im Amtlichen Anzeiger. Daran entfachte sich ein mehrjähriger Streit einiger Kolleginnen und Kollegen, der im Jahr 2002 zunächst vom Verwaltungsgericht Cottbus und in der Berufung vom damaligen OVG Brandenburg zugunsten der damaligen Kläger entschieden wurde. Demnach war die Satzung des Versorgungswerks aus dem Jahre 1996 nichtig, weil diese nicht in dem dafür vom Gesetz bestimmten Bekanntmachungsorgan bekannt gemacht worden war. In Folge dieser verwaltungsgerichtlichen Urteile wurden viele Kolleginnen und Kollegen vom Versorgungswerk klaglos gestellt und einige sogar von der Mitgliedschaft im Versorgungswerk befreit. Aufgrund welcher Rechtsgrundlage dies geschah, ist bis heute nicht nachvollziehbar. Die klaglos gestellten und nicht von der Mitgliedschaft im Versorgungswerk befreiten Kolleginnen und Kollegen wurden dann aber im Jahr 2007 auf der Grundlage einer Geltung beanspruchenden Satzung aus dem Jahr 2002 für die Zeit ab 2003 hinsichtlich der Beitragszahlungen zum Versorgungswerk verbeschieden. Dagegen sind zahlreiche Verfahren vor den Verwaltungsgerichten im Land Brandenburg anhängig, die allesamt in der Hauptsache noch nicht rechtskräftig entschieden sind. In vielen dieser Verfahren ist ein Vorstandsmitglied des Versorgungswerks von diesem mandatiert. Ob dies mit dem Amt des Vorstands, wofür es eine Aufwandsentschädigung gibt, noch einhergeht, vermag der Leser selber zu beurteilen. In einstweiligen Rechtsschutzverfahren gegen die Vollstreckung von Beiträgen gegenüber den Mitgliedern wurde bislang einstweilen gegen die jeweiligen Antragsteller entschieden, weil nach Auffassung des OVG die Prüfung der Nichtigkeit von Satzungen nicht in einem einstweiligen Rechtsschutzverfahren geprüft werden könne, sondern einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts in der Hauptsache vorbehalten bleiben müsse. Es ist also noch immer alles offen.

Nichtige Wahlen zur Vertreterversammlung 2001

In der Satzung 1996 war der Wille des Normgebers zum Ausdruck gekommen, dass die Wahlen zu den (künftigen) Vertreterversammlungen sich nach einer Wahlordnung bestimmen sollten, die Bestandteil der Satzung ist. Eine Wahlordnung wurde von der Ersten Vertreterversammlung zwar beschlossen,  jedoch nie zur Genehmigung bei der Rechtsaufsichtsbehörde eingereicht oder bekannt gemacht. Die Rechtsaufsichtsbehörde äußerte sich zu einem späteren Zeitpunkt sogar dahingehend, dass die 1996 von der Ersten Vertreterversammlung beschlossene Wahlordnung wegen schwerwiegender Verstöße gegen verfassungsmäßige Grundsätze nicht einmal genehmigungsfähig gewesen wäre und es sich bei der Wahl zur Vertreterversammlung 2001 um eine „Farce“ gehandelt habe. Das bei Rechtsanwälten! Die Dokumente liegen vor. Im Oktober 2004 wurde von der Zweiten Vertreterversammlung ohne Bezug zur ersten 1996 beschlossenen Wahlordnung des Versorgungswerks erneut eine Wahlordnung beschlossen und nach Genehmigung durch die Rechtsaufsichtsbehörde im Oktober 2005 insoweit ordnungsgemäß im Amtsblatt für Brandenburg bekannt gemacht. Die Wahl zur Zweiten Vertreterversammlung 2001 ist daher wegen des völligen Fehlens einer Wahlordnung, nach der diese hätte abgehalten werden können, nichtig. Die Zweite Vertreterversammlung beim Versorgungswerk ist demnach aus einer nichtigen Wahl hervorgegangen und nach Auffassung der Autoren demnach als Gremium nicht existent und nicht zum Normerlass befugt. Die Zweite Vertreterversammlung hatte aber nach der nichtigen Wahl 2001 gleich mehrere Satzungen (8.11.2002 und 3.11.2003) und 2005 sogar eine von der Rechtsaufsichtsbehörde genehmigte Wahlordnung für die Wahl zu künftigen Vertreterversammlungen zu Wege gebracht. Hiernach wurde sodann 2006 eine weitere Wahl zur Vertreterversammlung durchgeführt, aus der die inzwischen Dritte Vertreterversammlung beim Versorgungswerk hervorgegangen ist.

Unwirksame Wahlen zur Vertreterversammlung 2006

Die Wahl zur Dritten Vertreterversammlung litt aber an insgesamt 55 (!) Wahlfehlern, gegen die einer der Autoren als Mitglied des Versorgungswerks Wahlanfechtungsklage vor dem Verwaltungsgericht Potsdam erhoben hatte. Das Verwaltungsgericht Potsdam entschied hierüber am 19.08.2010, dass alleine der gerügte Wahlfehler Nr. 33 schon so schwer wiege, dass die Wahl insgesamt vom Wahlausschuss für unwirksam zu erklären sei. Dieser Fehler bestand darin, dass der einzige zur Wahl zugelassene Wahlvorschlag unvollständig und nicht von der erforderlichen Anzahl von Unterstützungsunterschriften getragen war, so dass dieser nicht zur Wahl hätte zugelassen werden dürfen. Erstaunlich an dieser Stelle, dass die jetzige Geschäftsführerin des Versorgungswerks ursprünglich Mitglied der Dritten Vertreterversammlung gewesen ist, sich selber als "Geschäftsführerin“ Ende 2008 mitgewählt hat, um dann erst das Amt als Mitglied der Vertreterversammlung niederzulegen. Eine Geschäftsführerin, die sich zwischenzeitlich sogar als ein Organ des Versorgungswerks darstellte. Ein "Selbstversorgungswerk" für einige wenige Kolleginnen und Kollegen? Denjenigen Kolleginnen und Kollegen, die hoffen, von diesem Versorgungswerk eines Tages einmal die Altersrente in ausreichender Höhe ausgezahlt zu erhalten, muss angesichts der dort unzweifelhaft herrschenden rechtlosen Zustände Angst und Bange werden. Einige sollen bereits den Kanzleisitz nach Berlin verlegt haben, um dort Mitglied des sehr solide und demokratisch sowie transparent geführten Versorgungswerks zu werden. Immerhin hat sich der Vorstand in Brandenburg nicht nur die Geschäftsführerin bestellen lassen, sondern im Gegenzug zeitgleich für die nun weniger werdende Arbeitsbelastung infolge der Bestellung der Geschäftsführerin gleich mal die "Aufwandsentschädigung" erhöhen lassen.


Sind 14 Jahre Überbrückung rechtloser Zustände nicht wirklich genug?


In einem Rundschreiben des Versorgungswerks wurde den Mitgliedern Ende August/Anfang September 2010 mitgeteilt, dass die Wahl zur Vertreterversammlung 2006 aufgrund des Urteils des VG Potsdam vom 19.8.2010 wiederholt werden müsse, die Wahl 2001 nach Auffassung des Verwaltungsgerichts nichtig sei und dieses dem Vorstand und der Geschäftsführung des Versorgungswerks „nicht angenehm“ sei. In der Vergangenheit wurden der Vorstand, die Geschäftsführung und die Mitglieder der Dritten Vertreterversammlung immer zeitnah von den Beschwerdeführern und heutigen Klägern auf die Missstände aufmerksam gemacht und informiert. Dort beharrte man jedoch immer darauf, dass beim Versorgungswerk alles mit rechten Dingen zugehe und die Kritiker in völliger Verkennung  der Sach- und Rechtslage lediglich ihre eigenen Interessen verfolgten, sich gegen die Solidargemeinschaft der Mitglieder stellten. Das ging soweit, dass ein Mitglied, welches die Bilanzen beim Versorgungswerk einsehen wollte, als „Konsorte“ bezeichnet wurde. Die Organe des Versorgungswerks sind auch heute noch immer der Auffassung, es mangele nicht an einer Rechtsgrundlage für die von ihm inzwischen über mehr als 14 Jahre gegenüber seinen Mitgliedern erlassenen Verwaltungsakte. Insbesondere seien die Satzungen vom 8.11.2002 und vom 3.11.2003 trotz nichtiger Wahl zur Zweiten Vertreterversammlung 2001 wirksam. Die Zweite Vertreterversammlung sei zumindest im Rahmen einer "Notkompetenz" befugt, eine neue Satzung zu erlassen. Dies gelte auch für die Satzung des Versorgungswerks vom 07.11.2003. In der Rechtsprechung sei anerkannt, dass die öffentliche Hand aus Gründen der Rechtssicherheit und der Funktionsfähigkeit von Körperschaften für eine Übergangszeit Notkompetenzen wahrnehmen könne, um einen rechtlosen Zustand zu überbrücken. Die Zweite Vertreterversammlung als satzungsgebendes Organ des Versorgungswerkes habe 2002 demnach eine neue Satzung erlassen dürfen, damit die dem Versorgungswerk kraft Gesetzes obliegende Aufgabe der Versorgung der Mitglieder des Versorgungswerkes und deren Hinterbliebenen hätte erfüllt werden können. Dieses Argument trägt jedoch nicht, da die Erste oder auch die Zweite Vertreterversammlung spätestens ab dem Urteil des Verwaltungsgerichts Cottbus aus dem Jahr 2002 und dem Urteil des OVG Brandenburg aus dem Jahr 2003 die Möglichkeit gehabt hätte, die damals bestehende Not, welche alleine durch die falsche Bekanntmachung der Satzung 1996 entstanden war, durch die Veröffentlichung im vom Gesetz dafür vorgesehenen Amtsblatt für Brandenburg bekannt zu machen. Eine weitergehende Not und demnach eine weitergehende "Notkompetenz" bestand zum damaligen Zeitpunkt nicht. Die weitergehende Not des Versorgungswerks ist hausgemacht und besteht darin, dass eine Rückwirkung beim erstmaligen Normerlass grundsätzlich nicht möglich ist und im konkreten Fall das RAVGBrb. für den hier eingetretenen „Notfall“ sogar ausdrücklich eine gesetzliche Regelung getroffen hat, von der der Gesetzgeber bis heute keinen Gebrauch gemacht hat. Eine Notkompetenz der aus nichtigen oder unwirksamen Wahlen hervorgegangenen Vertreterversammlungen besteht demnach nicht.


Juristische Auferstehung der nichtigen Satzung aus 1996?


Das OVG Berlin-Brandenburg hat in einstweiligen Rechtsschutzverfahren zu erkennen gegeben, dass es unter Umständen unter Abweichung von der bisherigen Rechtsprechung des OVG Brandenburg aus den Jahren 2003 und 2004 die Versorgungswerksatzung 1996 nicht alleine wegen falscher Bekanntmachung im Amtlichen Anzeiger für nichtig erachte. Demnach könnte rein theoretisch die Satzung aus 1996 bis zum Erlass der Geltung beanspruchenden Versorgungswerksatzungen aus den Jahren 2002 und 2003 als Ermächtigungsgrundlage anzusehen sein, wenn die Versorgungswerksatzung 1996 nicht auch noch an weiteren gegen das Rechtsstaatsprinzip verstoßenden Mängeln leiden würde, die für sich genommen ebenso zur Nichtigkeit derselben führen müssen wie der bisher allseits anerkannte Mangel der Bekanntmachung im falschen Bekanntmachungsorgan. Im Übrigen ist in der Versorgungswerksatzung 2002 geregelt, dass die Versorgungswerksatzung 1996 durch sie ersetzt wird und demnach nicht mehr gelten soll. Demnach ist der Wille des Normgebers klar zum Ausdruck gekommen.


Nichtigkeit der Versorgungswerksatzung 1996


Die Versorgungswerksatzung 1996 wurde darüber hinaus trotz eines Beschlusses der Ersten Vertreterversammlung hinsichtlich einer Wahlordnung für die Wahlen zu Vertreterversammlungen des Versorgungswerks ohne die von ihr beschlossene Wahlordnung im Amtlichen Anzeiger bekannt gemacht. Demnach ist der Wille des Normgebers nur unvollständig bekannt gemacht, die Versorgungswerksatzung 1996 schon alleine deswegen nichtig. Darüber hinaus wurde der Genehmigungsvermerk nicht vollständig mit der Versorgungswerksatzung 1996 im Amtlichen Anzeiger bekannt gemacht. Schließlich wurde die Versorgungswerksatzung 1996 zeitlich vor dem Genehmigungsvermerk durch die Rechtsaufsichtsbehörde vom Versorgungswerk ausgefertigt. Ob die Genehmigung der Rechtsaufsichtsbehörde im Einvernehmen mit der Fachaufsichtsbehörde erfolgte, wie dies nach dem RAVGBrb zwingend erforderlich ist, ist ebenfalls nicht ersichtlich.  Nach alledem ist und bleibt die Versorgungswerksatzung 1996 wegen gröblichster Verstöße gegen das Rechtsstaatsprinzip nichtig. Verstöße gegen das Rechtsstaatsprinzip bei Rechtsanwälten - können sich die Zwangsmitglieder des Versorgungswerks da noch gut aufgehoben fühlen? Bescheide des Versorgungswerks können sich auch nicht auf die Geltung beanspruchende Versorgungswerksatzung vom 8. November 2002 stützen. Dies geht schon deshalb nicht, weil diese jedenfalls zum Zeitpunkt der Bescheiderteilung vor deren Bekanntmachung noch nicht vorlag. Zwar misst sich diese Versorgungswerksatzung eine Rückwirkung zu; dies ermöglicht aber allenfalls den Erlass von Bescheiden ab Normsetzung, wenn auch mit materieller Wirkung für die Vergangenheit, nicht aber dazu, bereits bestehende Bescheide nachträglich zu legalisieren.


Untätigkeit der Rechtsaufsichtsbehörde über mehr als ein Jahrzehnt


Der Rechtsaufsichtsbehörde waren die „rechtlosen Zustände“ beim Versorgungswerk spätestens seit den verwaltungsgerichtlichen Urteilen aus dem Jahre 2002 bekannt. Unternommen wurde dort jedoch nichts.


Eine Geschäftsordnung für die Vertreterversammlung existierte bis Ende 2008 nicht

Laut Geltung beanspruchender Satzungen gibt sich die Vertreterversammlung eine Geschäftsordnung, nach der sich die Rechte der Mitglieder auf den für diese öffentlichen Vertreterversammlungssitzungen bestimmen. Eine Geschäftsordnung existierte aber bis Ende 2008 nicht. Nachdem die Vertreterversammlung die dies begehrenden Mitglieder von der Teilnahme an Vertreterversammlungssitzungen fernhalten wollte, wurde erstmals für die Vertreterversammlung eine Geschäftsordnung erlassen. Nach Auskunft des Vorsitzenden der Vertreterversammlung habe die Vertreterversammlung der Rechtsanwälte in Brandenburg sich in den mehr als 10 Jahren vor Erlass der Geschäftsordnung für die Vertreterversammlung an der Geschäftsordnung des Versorgungswerks der Rechtsanwälte Nordrhein-Westfalens orientiert. Diese Aussage ist aber widerlegt. So wurde z.B. kein einziges Protokoll der Vertreterversammlung beim Versorgungswerk der Rechtsanwälte in Brandenburg vom jeweiligen Vorsitzenden der Vertreterversammlung unterzeichnet und von der Vertreterversammlung im Nachgang bestätigt. Alleine hieraus ergeben sich ganz erhebliche Zweifel daran, dass das, was von den Vertreterversammlungen beschlossen wurde, auch wortgetreu seinen Niederschlag in den Geltung beanspruchenden Normen gefunden hat. 


Fachaufsichtsbehörde erließ Anweisung gegenüber dem Versorgungswerk

Das Versorgungswerk verweigerte darüber hinaus den Mitgliedern die Übersendung und die Einsicht in Bilanzen und Lageberichte entsprechend §§ 19 Abs. 2 BbgRAVG iVm. 55 VAG. Daraufhin wies die Fachaufsichtsbehörde das Versorgungswerk Mitte 2009 an, den Mitgliedern auf Anfrage die Bilanzen und Lageberichte des Versorgungswerks zu übersenden. Bis dahin hatte das Versorgungswerk seinen Mitgliedern jegliche Einsicht in die Bilanzen und Lageberichte verweigert. Gegen eine Abänderung der fachaufsichtlichen Anweisung klagte das Versorgungswerk und musste im Dezember 2009 vor dem Verwaltungsgericht einen Vergleich hinnehmen, der ihm die Kosten des Verfahrens bescherte, die aus dem Beitragsaufkommen der der Mitglieder gezahlt werden. Zwischenzeitlich hat das Versorgungswerk Unterlagen auf seiner Homepage im Internet veröffentlicht; eine Mitteilung an die Mitglieder ist diesbezüglich aber nicht gegeben worden. Mehrere Klagen von Mitgliedern gegen das Versorgungswerk wegen der Übersendung der Bilanzen und Lageberichte vergangener Geschäftsjahre sind noch immer beim Verwaltungsgericht Potsdam anhängig und nach einer immer noch geltenden Anweisung der Fachaufsicht von Ende Mai 2009 dürfte das Versorgungswerk auch hier verpflichtet werden, die vollständigen Unterlagen herauszugeben. Es stellt sich die Frage, was der Vorstand des Versorgungswerks gegenüber den Mitgliedern zu verheimlichen hat.


Vertrauensverlust der Mitglieder beim Versorgungswerk

Jetzt ist es allerhöchste Zeit, dass der Vorstand und die Geschäftsführung des Versorgungswerks den schnellstmöglich Weg frei machen für einen geordneten Neuanfang, der den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Die Mitglieder des Versorgungswerks wurden über vierzehn Jahre hinweg über die Tatsache hinweggetäuscht, dass der Vorstand, die Geschäftsführung und die Vertreterversammlungen nur hausgemachte rechtlose Zustände überbrücken und in vermeintlicher Notkompetenz handelten. Dafür sind die pauschalen Aufwandsentschädigungen und das Gehalt der Geschäftsführerin des Vorstandes nach Auffassung der Verfasser einfach zu hoch. Die Leistungen der dort handelnden Personen würden nach Schulnoten mit dem Prädikat "mangelhaft" honoriert werden müssen. Bei der nun anstehenden Wiederholungswahl zur Vertreterversammlung beim Versorgungswerk haben die Mitglieder die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie den bisher dort agierenden Akteure nach 14 Jahren „rechtloser Zustände“ noch immer ihr Vertrauen schenken. Schließlich geht es um die Alters- und Hinterbliebenenversorgung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte im Land Brandenburg, die Zwangsmitglieder im Versorgungswerk sind und beträchtliche Beiträge hierfür zu leisten haben.


Selbstversorgung einiger Mitglieder muss beendet werden!

Wenn man sich einmal die Struktur der Dritten Vertreterversammlung und des Vorstandes genau anschaut, so erkennt man, dass viele Mitglieder der Vertreterversammlung in Sozietäten soziiert sind. Dies trifft auch auf ein Mitglied des Vorstandes zu, der gleichzeitig Vorsitzender des Havelländischen Anwaltsvereins ist, in dessen Gebiet die überwiegende Anzahl der Mitglieder der Vertreterversammlung ihren Kanzleisitz haben. Die gleiche Person ist auch Wahlleiter für die zu wiederholende Wahl 2006. Ein Schelm, der Böses dabei denkt! Nach Wahlgrundsätzen geht das gar nicht. Das Verwaltungsgericht Potsdam hat die Wahl 2006 jedenfalls für unwirksam erklärt. Wer als Rechtsanwalt im Ehrenamt handwerklich über mehr als ein Jahrzehnt so viele Fehler macht, sollte auch soviel Ehre haben, den Weg für einen geordneten Neuanfang frei zu machen.

Der Neuanfang soll der gesicherten Alters- und Hinterbliebenenversorgung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten in Brandenburg auf einem standesgemäßen Niveau dienen und dabei die Gelder der Kolleginnen und Kollegen so sicher wie möglich zu deren Vorteil verwalten.
Auch soll endlich Transparenz für die Mitglieder geschaffen werden, damit Vertrauen endlich hergestellt werden kann, wie es in den anderen Bundesländern selbstverständlich ist.


Wenn Leser dieses Beitrags weitere Informationen wünschen oder zu anderen Betroffenen Kontakt möchten, können diese über die Autoren in Erfahrung gebracht werden.

Dirk Ulrich Magerl             Jens Frick Rechtsanwalt                    Rechtsanwalt

Ein sicherer Neuanfang für Ihre Alters- und Hinterbliebenenversorgung!



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